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BIOGRAFIE

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Marco Rapetti

Nach dem Abschluss am Konservatorium seiner Heimatstadt Genua setzte Marco Rapetti sein Studium am Konservatorium von Florenz, an der Accademia Chigiana in Siena und an der Universität von Cremona fort.

Ein Fulbright-Stipendium brachte ihn für vier Jahre an die Juilliard School of Music in New York, wo er mit einem Master of Music und einem Doctor of Musical Arts (mit einer Dissertation über kognitive Psychologie im Zusammenhang mit dem musikalischen Gedächtnis) abschloss. Seine wichtigsten Lehrer waren Massimiliano Damerini, Aldo Ciccolini, Seymour Lipkin, Rosalyn Tureck und Albert Fuller, sowie das Trio di Trieste und das Juilliard Quartet. Bei der Cini Stiftung in Venedig studierte er ausserdem Cembalo bei Alan Curtis und studierte mit György Sándor besonders das Werk von Béla Bartók.

Rapetti hat zahlreiche Preise in nationalen und internationalen Wettbewerben gewonnen (darunter den W. Kapell Wettbewerb in Washington und den RAI Kammermusikwettbewerb für das Europäische Musikjahr 1985) und ist in Europa, Amerika, Japan und Australien aufgetreten. Er hat unter anderem unter dem Dirigat von Roberto Tolomelli, Joel Sachs, Bruno Ferrandis, Stephen Radcliffe, Simone Bernardini, Michael Hofstetter und Florian Ziemen gespielt. Des Weiteren hat er mit Musikern und Sängern wie Massimiliano Damerini, Andrea Dindo, Riccardo Risaliti, Gabriele Pieranunzi, Donald McCall, Riccardo Crocilla, Anthony McGill, Antonella Banaudi, Toby Spence, Massimo Crispi, Daniela Del Monaco, Leonardo De Lisi zusammen gearbeitet.

1990 spielte er in New York Stravinskys Konzert für zwei Klaviere mit Jennifer Hayghe in Gegenwart von John Cage. 1991 beteiligte er sich an der Konzertserie des Lincoln Center zum 200. Geburtstag von Mozart und 1994 gab er die Welturaufführung von Reichas 36 Fugen (1805), verteilt auf zwei Klavierabende. Zum 300. Jahrestag der Erfindung des Klaviers (1700-2000) gab er ein Konferenzkonzert über die Geschichte der italienischen Klaviermusik von Cristofori bis heute. Wenige Tage nach dem 11. September gab er in den USA ein Konzert für die Opfer der Anschläge. 2014 war er der Solist in der ersten modernen Aufführung von Hermann Levis Klavierkonzert (1860). Er war ein regelmässiger Gast beim Pariser Chopinfestival und 2019 zum ersten Mal zu Gast bei den Raritäten der Klaviermusik in Husum. 2015 spielte er sowohl in Washington als auch in Florenz drei Programme mit Klaviermusik, die von Dante und Florenz inspiriert war. 2019 spielte er die Version für Klavier zu vier Händen von Skrjabins Dritter Symphonie mit Massimiliano Damerini, mit dem er auch Debussys gesamtes Klavierwerk für Brilliant Classics eingespielt hat.

Rapetti hat Aufnahmen für die Labels Fonit-Cetra, Dynamic, Stradivarius, Frame, Phoenix Classics, Brilliant und Naxos eingespielt. Bei Brilliant sind seine Gesamtaufnahmen von Klaviermusik von französischen und russischen Komponisten erschienen, die einige unveröffentlichte Stücke von Borodin, Liadov und Dukas enthalten, die er in der Sankt Petersburger Nationalbibliothek bzw. in der Kongressbibliothek in Washington entdeckt hatte. Derzeit bereitet er eine Gesamteinspielung der Klavierwerke von César Cui vor, sowie einen Anthologie unveröffentlichter Werke des Schubert-Freundes Anselm Hüttenbrenner. Bei Naxos wird demnächst die Erstaufnahme von Busonis gesamten Werken für zwei Klaviere erscheinen, auf der Rapetti, Aldo Ciccolini und Aldo Orvieto zu hören sein werden. Mit dem letztgenannten hat er Mahlers Siebte Symphonie in der Klaviertranskription von Alfredo Casella gespielt (ihr Konzert im Quirinal in Rom ist als CD erschienen).

Rapetti hat sich immer lebhaft für das Zusammenspiel von Musik und Theater interessiert. Seine Auftritte in diesem Genre beinhalten: „Jazz-Jassical”: Begegnung zwischen dem schwarzen und dem weissen Kontinent, im Duo mit dem Jazzpianisten Mauro Grossi; „Von Mozart zu Rzewski”: zwei Jahrhunderte Musik und Text im Namen der Freiheit, mit der Schauspielerin Pamela Villoresi; „Onirofonie”: Konferenzkonzert zum Thema Musik im Traum und der Traum in der Musik mit der Psychologin Valeria Uga; „Vom Broadway zur Via Larga”: ein musikalischer Spaziergang zwischen Florenz und New York, mit der Jazz-Sängerin Faye Nepon; „Kitsch-Klavier”: eine Anthologie des schlechten Geschmacks von Badaržewska bis zu den New Age Komponisten, in Zusammenarbeit mit Gillo Dorfles und verschiedene Multimedia-Shows wie Musica Aquae Gemina über einen Text von Brodskij und Libro de Sueños über Texte von Borges.

1997 wurde ihm im Palazzo Tursi der Preis der Stadt Genua verliehen.

Mit 21 begann Rapetti seine Lehrtätigkeit am Konservatorium von Mailand und an der Scuola di Musica di Fiesole. Später arbeitete er als Begleiter und Repetitor an der Accademia Chigiana in Siena und an der Juilliard School als Assistent von Beverly Peck Johnson und Nico Castel. In Juilliard war er auch als Lehrassistent tätig. Er ist als Gastprofessor an der Universität von Hawaii, am Haydn Konservatorium in Eisenstadt, am Konservatorium von Sydney und am Conservatorio Superior de Las Palmas (Gran Canaria) gewesen. Derzeit ist er als Vollzeit-Professor am Konservatorium von Florenz tätig.

Er hat pädagogische und musikwissenschaftliche Aufsätze in Spezialzeitschriften wie Piano Time, Il Giornale della Musica und Musica Domani veröffentlicht. Sein Buch Skrjabin und das Ton-Licht, in Zusammenarbeit mit Luisa Curinga, erschien 2019 bei der Florence University Press.

Als Sprecher und Pianist hat er mit der italienischen Rundfunkanstalt (RAI - Radio Tre) und mit Radio Toscana Classica zusammengearbeitet.

2019 beteiligte sich Rapetti an der 26. Internationale Konferenz über Musikanalyse und Theorie und stellte dort seine Rekonstruktion von Skrjabins Posthumer Sonate in Es-Moll vor.